Die Entstehung einer Idee

Lesen bildet nicht nur, es gibt Impulse für neue Ideen. So war es zumindest bei Corinna Hölzer, der Gründerin des Umweltforums für Aktion und Zusammenarbeit (UfAZ e.V.), als sie einen Bericht über Jean Paucton, den Bühnenbauer der Opèra Garnier in Paris, las. Der Hobby-Imker brachte 1982 heimlich ein Bienenvolk auf das Dach der prächtigen Oper – als kurzfristige Notlösung, bevor er die Bienen auf das Land umsiedeln wollte. Er staunte, dass sich die Bienen auf dem Dach so wohl fühlten, und erwarb im Nachhinein die Erlaubnis, mehrere Bienenstöcke dort halten zu dürfen. Schließlich ließ sich der Promi-Honig im Souvenir-Laden der Oper zu guten Preisen verkaufen…

Doch Corinna Hölzer ging es nicht darum, Geld zu verdienen. Ihr wurde klar, dass Promi-Gebäude als wunderbare Plattformen genutzt werden können, um der Biene die notwendige Aufmerksamkeit verschaffen. Aufmerksamkeit für das um sich greifende Bienensterben und für die Wertschätzung der Schönheit und Nützlichkeit dieser und anderer Insekten! „Es obliegt nicht nur den Naturschützern, sich für gesunde Lebensräume unserer Bienen und einen wesensgerechten Umgang mit dem Nutztier einzusetzen. Auch Kulturschaffende, Unternehmen, die Wissenschaft, Medien und alle Balkon- oder Gartenbesitzer können etwas tun, damit es auch in Städten laut und deutlich summt“, so Corinna Hölzer. Damit war die Idee zu "Berlin summt!“ geboren, eine Initiative von UFAZ e.V. und der Stiftung für Mensch und Umwelt, die „im Flugschweif der Honigbiene“ aufzeigen will, wie einfach es ist, auch in der Stadt naturnahe Lebensräume zu erhalten oder zu gestalten – zur Förderung der Honig- und Wildbienen, aber auch anderer Insekten.

Die Idee kam gut an. 2011 wurden an elf prominenten Standorten mitten in Berlin Bienenkästen aufgestellt, darunter der Berliner Dom, das Abgeordnetenhaus, das Haus der Kulturen der Welt oder die Mensa HU Nord. 2012 kamen vier weitere Standorte dazu. Die Hausherren zeigen damit, dass sie die große Bedeutung der Bienen für die Stadt, ihre Einwohner und die gesamte Gesellschaft wertschätzen und anerkennen. Der Funke der Idee sprang mittlerweile auf andere Städte über: auch in Frankfurt und München summt es mittlerweile. 2013 sollen Hamburg und Nürnberg dazu kommen. All diese Initiativen gruppieren sich nun unter dem Dach von „Deutschland summt!“ mit dem Ziel die Idee in möglichst viele Städte zu tragen und vielfältige Aktivitäten anzuregen.